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Evang. Kirche zu Reinerz in der Grafschaft Glatz,
älteste vom Gustav-Adolf-Verein erbaute Kirche, 1845/46;
links: Kantor-und Schulhaus, erbaut 1903/04; rechts: Pfarrhaus, er-
baut 1846/47, bis 1904 zugleich Schulhaus; weiter rechts: Kinderher-
berge und Konfirmandenanstalt, gegründet 1874, Neubau 1904/5. 1907:
Seelenzahl der Gemeinde 630 unter 15.000 Katholiken in 38 Ortschaften
auf 5 Quadratmeilen.
Die evangelische Gustav-Adolf-Kirche in Bad Reinerz (Duszniki-Zdrój) wurde 1845/46 vom Gustav-Adolf-Verein errichtet, der den Kauf des Grundstückes, den Bau der Kirche und des Pfarrhauses finanzierte sowie den ersten Pfarrer Ablass alimentierte. Sie war die älteste Gustav-Adolf-Kirche Deutschlands.
Sie wurde als erste evangelische Kirche vom Gustav-Adolf-Verein gebaut, nachdem am 23. Juli 1844 der große Stadtbrand war, der innerhalb von 2 Stunden über 67 Bürgerhäuser in Schutt und Asche legte.
Am 3. August 1845 fand die feierliche Grundsteinlegung der evang. Pfarrkirche statt, nachdem die evangelische Kirchengemeinde am 13. Dezember 1844 gegründet worden war. In die Fundamente der Kirche wurde ein Krug mit zwei Talern und einer Medaille von der Berliner Industrieausstellung (1844) eingelassen.
Der Bau wurde 1846 fertiggestellt und die Glocken wurden im August 1846 aufgehängt. Im Jahr 1893 wurde der Helm des Kirchturms fertiggestellt und eine zeitgenössische Münze sowie eine Liste der städtischen Behörden im Turmknauf angebracht. Im Jahr 1892 folgten eine neue Sakristei, ein Altar, eine Kanzel und eine Orgel.
Die evang. Kirche ist die älteste bzw. erste vom Gustav-Adolf-Verein gestiftete Kirche Deutschlands. Seit 1857 hatte die evangelische Kirchengemeinde einen ständigen Pfarrer.
Heute dient die Kirche als Gotteshaus der altkatholischen Polnisch-Katholischen Kirche (Kościół Matki Bożej Różańcowej).
Der Gustav-Adolf-Verein, gegründet 1832, ist benannt nach dem schwedischen König Gustav II. Adolf, der im Dreißigjährigen Krieg ab 1630 eine drohende Niederlage der Protestanten verhinderte.
Erst 1928 wurde die Stadtgemeinde Reinerz in Bad Reinerz umbenannt, obwohl schon seit 1822 der städtische Kurbetrieb stattfindet.
Foto: Facebook-Gruppe „Bad Reinerz/ Grafschaft Glatz“
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